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Vermeiden Sie diese 7 Fehler bei der Kindersicherung im Auto

Aktualisiert am 6. November 2019

Der Grund, warum dieser Beitrag entstanden ist, ist erschreckend.

Fast jedes zweite Kind ist im Auto nicht korrekt gesichert!

Kommt es dann unverhofft zum Crash, sind ernste Verletzungen die Folge – manchmal sogar lebensgefährliche! Ein Großteil dieser Verletzungen könnte durch eine korrekte Kindersicherung im Auto verhindert werden. Es werden also tatsächlich fast die Hälfte der Kindersitze falsch eingebaut, oder das Kind ist im Sitz nicht richtig gesichert. Ebenfalls kann es passieren, dass der Kindersitz zu klein oder auch zu groß für das Kind ist.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Unfallforschung für Versicherer (UDV). Dazu wurden 1042 Personen im Großraum Berlin und München (Juli 2016 bis September 2017) befragt. 48 Prozent der befragten Personen machen zum Teils grobe Fehler bei der Anwendung des Kindersitzes. Doch worin liegen die Gründe? Diese wollen wir gerne erläutern, dass IHNEN so etwas nicht passiert.

Anleitungen vom Autokindersitz oft schwer verständlich oder lückenhaft

Das Hauptproblem besteht darin, dass es manche Leute einfach nicht besser wissen und dadurch Fehler bei der Kindersicherung im Auto machen. Die Anleitungen der Kindersitze sind oft auch schwer verständlich geschrieben. Das hat jedoch nicht viel mit Sprachverständnis zu tun. Auch deutsche Staatsbürger tun sich hier oft schwer. Oft werden auch wichtige Details in den Anleitungen verschwiegen. Gerade bei der richtigen Kindersitz Gurtführung kann das fatal sein. Im schlimmsten Fall ist das Kind dann gar nicht mehr gesichert.

Gründe für das Fehlverhalten

Interessant und gleichzeitig erstaunlich ist, dass 20 Prozent von den befragten Autofahrern bewusst ist, dass das Kind nicht richtig im Autositz gesichert ist – sie aber trotzdem losfahren. Dafür gibt es nach den Angaben zwei Gründe. Entweder man hat es eilig oder sie dachten sich – ach die Strecke ist eh recht kurz – da ist es nicht so wichtig. Doch ist es schon! Gerade kurze Strecken und zugleich Eiligkeit vertragen sich nicht gut…

Soll ich mein Kind vorwärtsgerichtet oder rückwärtsgerichtet transportieren?

Bei Babyschalen ist die Sache klar. Hier gibt es nur eine Einbaumöglichkeit. Rückwärts. Doch wie sieht es aus, wenn Ihr Baby aus der Babyschale herausgewachsen ist? Zunächst einmal ist zu überprüfen: Ist es wirklich schon herausgewachsen? Dass die Beine vorne überstehen, ist zum Beispiel kein Indiz dafür. Hierzu empfehlen wir Ihnen, unseren Ratgeber Hilfe, die Beine meines Kindes sind zu lang für die Babyschale durchzulesen.

Wir haben es auf unseren Seiten schon oft gesagt. Nach wie vor, raten wir Ihnen zu einem Reboarder System, weil dies einfach die sicherste Möglichkeit zur Kindersicherung im Auto ist. Im Falle eines Frontalcrashs wird die Halswirbelsäule bedeutend weniger belastet. So empfiehlt auch der ADAC, Kinder mindestens so lange rückwärts zu transportieren, bis sie das zweite Lebensjahr vollendet haben. Hierzu gibt es spezielle Reboarder, also Kindersitze, die rückwärtsgerichtet sind.

Bedeutend weniger Fehler durch das ISOFIX System

Wird der Kindersitz mit dem ISOFIX-System befestigt, reduziert sich die Fehlerrate bereits drastisch.

Hier wurden „nur“ 33 Prozent der ISOFIX Sitze falsch eingebaut. Ganz „idiotensicher“ ist also auch dieses System nicht. Das ISOFIX System schafft eine starre Verbindung zwischen Karosserie und Autokindersitz mittels Befestigungsösen in der Rückbank. So wird verhindert, dass sich der Sitz bei einem Aufprall zu stark nach vorne bewegt. Die Handhabung ist auch einfacher, als bei Sitzen die mit dem fahrzeugeigenen Dreipunktgurt gesichert werden müssen. Bei gegurteten Modellen lag die Fehlbedienungsrate bei erschreckenden 62 Prozent, also fast umgekehrt zu ISOFIX.

Bereits im Sommer 2015 hat die Zeitschrift AUTO TEST zusammen mit der DEKRA die sieben häufigsten Bedienfehler bei Kindersitzen mittels Crashtests nachgestellt. Die ausgelesenen Sensordaten der Dummys wurden einer Ärztin für Kinderchirurgie vorgestellt und aus medizinischer Fachsicht beurteilt.

Vermeiden Sie diese 7 häufigsten Fehler bei der Kindersicherung im Auto

1. Falsche Gurtführung im Kindersitz

Dies ist mit Abstand der häufigste Fehler bei der Kindersicherung im Auto. Vor allem bei Babyschalen ist die Führung des Gurtes durch die Schale mit den vielen Umlenkungen nicht immer ganz klar. Oft sind die Gurte auch zu locker oder laufen durch die falschen Öffnungen.

Es kann auch sein, dass Schultergurt und Beckengurt am Kindersitz vertauscht wird oder der Gurt verdreht ist. Die Anleitungen drücken sich hier oftmals nicht ganz klar aus. Die Folgen einer fehlerhaften Kindersitz Gurtführung sind gravierend.

Liegen die Gurte nicht vorschriftsmäßig an, so können sie einfach abrutschen oder langsam unbemerkt abgestreift werden, was bei einem Frontalcrash fatal wäre. Der Kopf würde dann hart gegen den Vordersitz schlagen. Das wurde von der UDV mittels Crashtests demonstriert.

2. Fahrzeuggurt nicht eingerastet

Offene Gurtklemmen am Kinderautositz stellen eine weitere Gefahr dar. Auch dieses Szenario wurde getestet. Der Gurt wurde vorschriftsmäßig durch die Gurtführungen gelegt, jedoch am Ende nicht ins Gurtschloss eingeklickt. Bei normaler Fahrt scheint der Kindersitz durch die vielen Umlenkungen fest zu sitzen.

Bei einem scharfen Bremsmanöver oder Aufprall wirken jedoch große Kräfte. Die Gurte werden einfach auf Reibung durchgezogen. Der Sitz lockert sich in dem Fall und bewegt sich zu weit nach vorne. In diesem Fall kann der Kopf des Kindes auf die Rückenlehne des Vordersitzes aufprallen.

3. Zu lockerer Sicherheitsgurt

Auch die dritte Fehlermöglichkeit bei der Kindersicherung im Auto betrifft den Sicherheitsgurt. Der Gurt wird zu locker an die Kleidung angelegt und wirkt bei einem Aufprallunfall zu spät. Dieser Fehler wird sehr häufig begangen – einfach weil man sich der Gefahr gar nicht bewusst ist. Gerade in der kalten Jahreszeit wird dieses Thema bei dicken Winterjacken sehr wichtig. Aus diesem Grund haben wir einen extra Ratgeber Die unsichtbare Gefahr – Dicke Winterkleidung im Kindersitz geschrieben.

Auch dieser Fall wurde auf der Crashtest Anlage mit zwei Dummys nachgestellt. Dabei wurde ein Dummy für einen Autokindersitz der Gruppe 1 verwendet und entsprach damit etwa einem dreijährigen Kind. Der andere Dummy entsprach einem sechsjährigen Kind und wurde in einen Kinderautositz der Gruppe 2/3 gesetzt.

Beim Crashtest ist folgendes herausgekommen: Das dreijährige Kind würde im Ernstfall mit dem Kopf auf den Vordersitz prallen. Beim sechsjährigen Kind würde die Nach-vorne-Verlagerung noch im Rahmen bleiben. Durch die anderen Körperproportionen würde dieses Kind aber im Sitz abheben und mit dem Kopf an den Dachhimmel stoßen. In beiden Fällen würden bei einem realen Crash bei dieser unzureichenden Kindersicherung im Auto sehr ernsthafte Verletzungen entstehen.

4. ISOFIX nicht korrekt verrastet

Ebenfalls beim hochgelobten ISOFIX System können Fehler passieren, die man auch nicht sofort sieht. Es kann passieren, dass nur ein Haltearm in den Ösen verrastet ist, der andere jedoch nicht. Auch dieser Fehler fällt zunächst überhaupt nicht auf, da die Ösen versteckt unter dem Sitz sind.

Bei normaler Fahrt passiert nichts. Der eine Rastarm hält den Kindersitz annehmbar genau an seiner Position. Kommt es dagegen zum Crash, so wird durch die hohen Beschleunigungskräfte und die einseitige Lagerung eine Drehbewegung des Sitzes eingeleitet. Diese Drehbewegung wird auch auf das Kind übertragen. Es entstehen hohe Zugkräfte auf den Kopf- und Brustbereich. Schwere Halswirbel- und Brustwirbelverletzungen drohen.

Zum Glück haben diese Fehlermöglichkeit der Kindersicherung im Auto aber mittlerweile fast alle Kindersitzhersteller erkannt. Aus diesem Grund haben fast alle ISOFIX Sitze farbige meist grüne Indikatoren, die anzeigen, ob der Sitz korrekt in den Ösen eingerastet ist. Diese sollte man auch immer wieder kontrollieren. Wie man einen ISOFIX Sitz korrekt installiert, lesen Sie in unserem großen Ratgeber Was ist ISOFIX?

5. Das Kind auf dem Schoß transportieren

Gerade wenn die Strecke sehr kurz ist oder man eigentlich in der Früh zu spät dran für die Kinderkrippe ist, wird man leichtsinning und transportiert das Kind „mal eben schnell“ ungesichert auf dem Schoß.  Womöglich noch auf dem Beifahrersitz. So eine Leichtsinnigkeit kann für das Kind tödliche Folgen haben, urteilte die Ärztin.

Im Ernstfall kann der Erwachsene mit den Armen das Kind nicht zurückhalten, und es prallt mit voller Wucht mehr oder weniger stark auf das Armaturenbrett. Selbst ein Beifahrerairbag bietet hier keinerlei Schutz, da der Airbag nicht genügend Zeit hat, sich vollständig zu entfalten.

6. Unpassender Sitz: Kindersitz zu klein oder zu groß

Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass ein Kind in einem Autositz transportiert wird, für den es eigentlich schon zu groß ist, oder mit anderen Worten der Kindersitz zu klein ist für das Kind. Dieser Test wurde ebenfalls durchgeführt. Ein Dummy, der ein sechsjähriges Kind repräsentiert, wurde in einen Kinderautositz der Gruppe 1 gesetzt.

Der Gurt hält das Kind zwar einigermaßen zurück, doch kippt es enorm weit nach vorne und der Kopf kann an der Rückenlehne anprallen, wenn der Kindersitz zu klein ist. Der Test zeigte eine stark erhöhte Belastung der Halswirbelsäule, die extrem überstreckt wird. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Schädel-Hirn-Trauma, so die Ärztin.

Aber auch den umgekehrten Fall gibt es. Man denkt, das Kind sei zu groß für den Kindersitz und setzt es viel zu früh in einen Folgesitz, für den es aber noch zu klein ist. Der Gurt kann nicht korrekt am Körper des Kindes anliegen. Auch dieser Test zur Kindersicherung im Auto wurde durchgeführt. Ein Dummy, der ein eineinhalbjähriges Kind repräsentiert, wurde in einen Autokindersitz der Gruppe 2/3 gesetzt.

Hier dreht sich der Dummy beim Aufprall aus dem Schultergurt und wird nur noch vom Beckengurt gehalten. Im Ernstfall könnte eine solche unkontrollierte Drehbewegung des Rumpfes zu gefährlichen Verletzungen führen, wenn das Kind zu groß für den Kindersitz ist.

7. Beifahrerairbag nicht deaktiviert

Hier sind vor allem Babyschalen gemeint, die auf dem Beifahrersitz montiert werden. In diesem Fall muss aber unbedingt der Beifahrerairbag deaktiviert werden. Oft wird dieser Schritt von den Eltern vergessen. Auch dieser Fall wurde auf der Crashtestanlage durchgeführt. Die Kräfte auf den Dummy waren nicht übermäßig hoch, allerdings um ein Drittel höher als mit deaktivierten Airbag. Im realen Einzelfall kann das Ergebnis aber durchaus noch heftiger ausfallen, und dann wird es gefährlich.

Anleitungfilme und Fachberatung sind Gold wert

Im Netz kursieren viele Anleitungsfilme zu den verschiedenen Modellen der Kindersitze. Diese sind wirklich Gold wert. Man sollte im Zweifel zur korrekten Kindersicherung im Auto nach solchen Videoanleitungen Ausschau halten wenn die Bedienungsanleitung etwas dürftig oder unklar erscheint.

Erwirbt man den Autositz im Fachhandel, so sollte man sich den korrekten Einbau mit Gurt unbedingt von geschulten Fachpersonal zeigen lassen. So lassen sich viele Fehler schon von vorn herein vermeiden.

Fazit

Passende Kindersitze sollen eigentlich das Kind bei Autounfällen schützen – vorausgesetzt sie sind richtig eingebaut und das Kind darin richtig gesichert. Gerade wenn man in Eile ist, können leicht Fehler bei der Anwendung passieren. Ein Großteil der Fehler bei der Kindersicherung im Auto betrifft den Sicherheitsgurt. Entweder ist die Kindersitz Gurtführung falsch, der Gurt zu locker oder gar nicht eingerastet.

Aber auch so Leichtsinnigkeiten, wie sein Kind „mal eben schnell auf dem Schoß transportieren“, sollte man sich unbedingt verkneifen. Ebenso sollte man sein Kind in einen altersgerechten Kindersitz setzen, der weder zu groß noch zu klein ist.

In der Studie der UDV hat sich gezeigt, das hier auch die Kindersitzhersteller in der Pflicht sind. Sie müssen bei ihren Bedienungsanleitungen nachbessern und für klarere Anweisungen sorgen. So lassen sich schon im Vorfeld mögliche Fehler vermeiden. Außerdem sollte die Handhabung so leicht wie möglich und so „idiotensicher“ wie möglich sein.

Viele Premiumhersteller sind dem bereits gefolgt und sorgen mit farbigen Indikatoren für mehr Sicherheit. Das gilt aber längst nicht für alle Hersteller. Vor allem die günstigeren Produkte sind hier noch nicht sicher genug.


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